Darf man über alles lachen? Natürlich!

Die Subversivität des Lachens

„[…] Der Haß der Ideologien auf das Lachen und die Angst davor sind universelle Phänomene, die sich, wie der Fanatismus, unablässig wiederholen. Das hat schon Nietzsche konstatiert:

Und immer wieder wird von Zeit zu Zeit das menschliche Geschlecht dekretieren: „Es gibt etwas, über das absolut nicht mehr gelacht werden darf.“

Die Angst vor dem Lachen ist Angst vor dem Denken. Anstatt auf Befehl die Augen zu schließen und eine Doktrin gläubig hinzunehmen, wagt der Respektlose noch einen Blick mehr, eventuell einen Blick hinter die Kulissen. Er sieht wohlbekannte, gar nicht respektable Dinge, er fühlt sich an allerlei komische Dinge erinnert. Dabei sieht der die heiligen Kühe als gewöhnliches Rindvieh. Wer einmal über eine Ideologie, ein Dogma, ein scheinbar weltbewegendes Problem von Herzen gelacht hat, wird dabei nie mehr dieselben heiligen Schauer empfinden wie zuvor.“

Auszug aus dem sehr empfehlenswerten Büchlein von Hubert Schleichert, Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren, Anleitung zum subversiven Denken, München 2012, S. 151

 

Meine ganz subjektiven Gedanken zu „Star Wars: Die Macht erwacht“

ACHTUNG SPOILER IM TEXT! Weiterlesen auf eigene Gefahr!

Dieser Blog dreht sich vor allem um meine Beschäftigung mit (Militär)-Geschichte, aber da es ja auch meine Intention ist „Schreiben“ zu lernen, dachte ich mir, nehme hier die Freiheit und schreibe über meine Eindrücke vom aktuellen „Star Wars: Die Macht erwacht“ nieder. Da es entfernt auch um Geschichte(n) und Krieg geht, ist das noch in Ordnung…

Soviel kann ich jetzt schon verraten. Als Kind habe ich den 6. Teil der Star Wars Saga geliebt, während die Prequel-Filme Teil. 1 – 3  bei mir durchgefallen sind. Vor allem aufgrund der CGI-Effekte. Der neue Teil macht nun wieder vieles richtig, aber hat auch große Löcher über die ich mich im folgenden gepflegt auslassen werde. Dazu werde ich mir größere Themenkomplexe vornehmen.

Die Erste Ordnung/der Widerstand/die Neue Republik

Es war schon ein Markenzeichen der alten Star-Wars Filme, dass diese mitten in der Geschichte starten und die notwendigen Informationen über die Textleiste am Anfang liefern, aber diesmal war mir das zu wenig.

Das liegt vor allem daran, dass die Background Story lieblos zusammen gestöpselt wurde und vor allem darauf ausgerichtet ist, das alte „Star-Wars“ Feeling (gute Rebellen gegen böse, übermächtige Armee) aufkommen zu lassen, was aber total misslingt. Der Kampf der Rebellen gegen das Imperium hatte tatsächlich noch etwas episches. Das Imperium wirkte wirklich wie ein übermächtiges, dunkles Reich, was die Galaxie beherrschte. Überall kreuzen imperiale Sternenzerstörer, die Rebellen können nur von versteckten Basen aus operieren.

Die ominöse Erste Ordnung wirkt aber mehr wie ein Kult fundamentalistischer Religionsfanatiker, mit einem Voldemort-Verschnitt als „Führer“ und einem Milchbubi der aussieht wie Snape als Darth-Vader Ersatz (Und was sollte diese Ansprache, welche stark an die von Saruman aus Herr der Ringe: Die Zwei Türme erinnerte, von General Hux??). Trotz ihres „Todesplaneten“ wirkt diese Erste Ordnung auf mich nicht bedrohlich. Warum überhaupt Krieg geführt wird, wird auch nicht klar. Die Neue Republik taucht gerade mal für einige Sekunden auf und zwar nur um vernichtet zu werden. Und warum es trotz des Sieges gegen das Imperium immer noch einen Widerstand braucht und warum das nicht einfach die offizielle Armee der neuen Republik ist… who knows.

Aus militärhistorischer Sicht ist dieser Krieg ziemlicher Humbug. Die Erste Ordnung hätte besser als terroristische Vereinigung funktioniert und nicht als „Imperium ex Machina“.

Der „Todesplanet“

Soso, die Erste Ordnung, welche aus den Trümmern des Imperiums hervorgegangen ist, kann es sich leisten die riesige Starkiller Basis in einem (oder aus einem?) Planeten zu bauen… und zwar unbemerkt von der Neuen Republik und des Widerstandes, die dann auf die Aussagen eines übergelaufenen Sturmtrupplers angewiesen sind, um den Schwachpunkt der Basis zu erkennen und dem bedingungslos geglaubt wird, weil er… weil er 1x dem besten Piloten geholfen hat?

Natürlich greift man bei der Ersten Ordnung wieder auf die Grundidee des Todessterns zurück, weil das Prinzip ja bereits vorher so gut funktioniert hat. Aber man hat ja das Hauptproblem erkannt. Der Todesstern war einfach zu klein, daher ist die neue Basis gleich 50x größer!

Physikalisch macht diese Waffe für mich ebenfalls keinen Sinn. Der originale Todesstern hat bereits ganze Planeten vernichten können, warum muss ich dann noch etwas größeres bauen? Der originale Todesstern war auch mobil, während der Planet auf dem die Starkiller Basis gebaut wurde, gravitativ an die Sonne gebunden ist, die er umkreist.
Und von der dann auch die Energie abgesaugt wird, was ein ziemlich dummes Manöver ist, denn wenn der Stern „leer“ ist, gibts kein Licht mehr und kein Licht bedeutet keine Wärme und tada, schon hat man -200° auf dem Planeten. Und keine Energie mehr um weitere Todesstrahlen abzufeuern….

Und natürlich reichen dann auch ein paar lapprige X-Wings und vier gut platzierte Bomben, um die ganze Basis, sprich den Planeten zu vernichten!

Soweit für heute, in den nächsten Tagen folgen dann die Hauptpersonen!

 

Über das Blog

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Dieses Blog ist ein Projekt von Thorsten Peger. Derzeit studiere ich an der Universität Potsdam Militärgeschichte. Das Ziel des Blogs ist es vor allem durch regelmäßige Beiträge meine schriftliche Ausdrucksfähigkeit zu verbessern und meine Gedanken über verschiedene Themen aus dem Bereich der Militärgeschichte zu präsentieren. Die Beiträge folgen den Standards der Geschichtswissenschaft, sollen aber nicht als wissenschaftliche Fachpublikation verstanden werden. Sollte ein fachkundiger Leser Fehler entdecken, ist er eingeladen mich darauf hinzuweisen. Denn Wissenschaft braucht den Dialog!

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